Arbeitnehmer können in Österreich einen Anspruch auf die Pendlerpauschale haben. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Unterstützung, welche die Kosten für den Fahrtweg zur und von der Arbeit vermindert. Besonders bei weiten Anreisen zahlt es sich aus, die Pauschale zu nutzen.

Pendlerpauschale

Bild: bigstock.at (119679989)

Die Pendlerpauschale als Steuerersparnis

Pendlerrechner
Anzahl der Kilometer

km
Öffentliche Verkehrsmittel zumutbar?

Die Pendlerpauschale kann nicht in allen Fällen genutzt werden. Es gibt somit Voraussetzungen, welche der Arbeitnehmer erfüllen muss. Am wichtigsten ist es, dass es sich um eine „größere Distanz“ handelt, die an den Arbeitstagen zurückgelegt werden muss, um den Arbeitsort zu erreichen.

Der Angestellte erhält jedoch nicht direkt bares Geld für diese Fahrten, sondern eine Steuerersparnis. Diese stellt eine finanzielle Entlastung dar. Die Beantragung verläuft relativ einfach bei dem eigenen Arbeitgeber.

Wichtiger Unterschied: die große und die kleine Pendlerpauschale

Wer sich mit dem Thema Pendlerpauschale beschäftigt, der stößt sehr schnell darauf, dass es sowohl die „große Pendlerpauschale“, wie auch die „kleine Pendlerpauschale“ gibt. Diese sind jeweils abhängig von der Länge der Strecke, die an den Arbeitstagen zurück gelegt werden muss. Daneben existiert in Österreich noch der so genannte Pendlereuro.

Anspruch und Voraussetzungen

Ob die Pendlerpauschale genutzt werden kann, ist abhing von drei Faktoren.

Zunächst muss der Antragsteller nachweisen, dass es für ihn nicht möglich ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu seiner Arbeit zu gelangen. Das kann der Fall sein, wenn diese Verkehrsmittel nicht bestehen oder deren Benutzung für den Arbeitnehmer nicht zumutbar ist. Letzteres ist beispielsweise der Fall, wenn die An- und Abreise unzumutbar lange dauern würde.

Die Höhe der Pendlerpauschale ist abhängig davon, wie weit der Angestellte von seinem Arbeitsplatz entfernt wohnt. Der Wohnsitz ist dabei der Ort, an welchem der Steuerpflichtige gemeldet ist. Natürlich können auch mehrere Wohnsitze existieren. Dann muss allerdings derjenige gewählt werden, der als Familienwohnsitz eingetragen ist. Dort befindet sich sein Hausstand. Auch auf die Beziehungen an diesem Ort wird abgestellt. Wenn die Partnerin oder der Partner auch in diesem Wohnsitz lebt, wird er somit eher als erster Wohnsitz betrachtet.

Für die Wegstrecke muss außerdem immer der kürzeste Weg gewählt werden. Auch wenn dieser nur ungern gefahren wird, weil der Verkehr hier vielleicht besonders schlimm ist. Die Zeitdauer ist ausschlaggebend. Individuelle Wünsche können somit nicht berücksichtigt werden.

Die Höhe der Pendlerpauschale

Am wichtigsten ist natürlich die Frage, wie viel mit der Pendlerpauschale genau gespart werden kann. Wie bereits erwähnt, handelt es sich dabei um eine Steuerersparnis. Diese wirkt sich mindernd auf die Lohnsteuer auf. Das ist damit zu erklären, dass die Bemessungsgrundlage geringer ausfällt. Die Lohnsteuer muss somit neu berechnet werden, wozu ein geringerer Betrag genutzt wird. Wer die Pendlerpauschale ab dem Jahr 2016 nutzt, der kann noch mehr sparen. Denn hier wirkt sich die Steuerreform sehr wohlwollend aus. Die Steuergutschrift steigt merklich an. So lassen sich jetzt jedes Jahr bis zu 500 Euro einsparen.

Allerdings gelten diese Regelungen nur für die Steuerpflichtigen. Die Kleinverdiener sind somit ausgeschlossen. Das liegt ganz einfach daran, dass diese keine Steuern zahlen, die gemindert werden könnten.

Pendlerrechner des BMF

Nutzen Sie den kostenlosen Online-Pendlerrechner des BMF, um Anspruch und Betrag zu berechnen. Damit wissen Sie sofort, wie viel Geld Sie vom BMF zurückbekommen! Jetzt Pendlerrechner verwenden!

Die kleine Pendlerpauschale

Die bisherigen Ausführungen galten allesamt für die große Pendlerpauschale. Allerdings müssen nur die wenigsten Arbeitnehmer einen sehr langen Weg zu ihrer Arbeit in Kauf nehmen. Deshalb hat sich der Gesetzgeber auch hier etwas einfallen lassen. Die kleine Pendlerpauschale wird dann wirksam, wenn der Arbeitnehmer zwar tagtäglich zu seiner Arbeit gelangen muss, der Weg dafür jedoch relativ kurz ausfällt. Allerdings müssen auch hierbei mindestens 20 Kilometer pro Strecke gefahren werden. Insgesamt werden dadurch also mindestens 40 Kilometer an einem Arbeitstag zurück gelegt. Der Arbeitnehmer kann hierfür ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen.

Damit es zu einer fairen Einstufung kommen kann, wird die kleine Pendlerpauschale erneut unterteilt.

  1. Wenn der Arbeitnehmer zwischen 20 und 40 Kilometer zu seiner Arbeit fahren muss, stehen im 58 Euro pro Monat zu.
  2. Wenn ein Arbeitnehmer zwischen 40 und 60 Kilometer zu seiner Arbeitsstätte zurücklegen muss, stehen im 113 Euro pro Monat zu.
  3. Wenn der Gesamtweg allerdings länger als 60 Kilometer ausfällt, dann steigt die Pauschale auf 168 Euro pro Monat an.

Die Einteilung für die große Pendlerpauschale

Bisher wurde nur erwähnt, welcher Betrag maximal durch die Pendlerpauschale eingespart werden kann. Allerdings gibt es auch hier eine Einteilung, damit die Arbeitnehmer besser unterteilt werden können.

Wirksam wird die Pauschale bereits ab zwei Kilometer. Allerdings ist es dafür zwingend notwendig, dass der Arbeitnehmer nicht mit einem öffentlichen Verkehrsmittel fahren kann. Außerdem darf keine Aufrundung erfolgen.

Die Einteilung hat anschließend vier Stufen.

  1. Beträgt die Distanz zwischen zwei und 20 Kilometer, dann kann der Arbeitnehmer jeden Monat 31 Euro fordern.
  2. Beträgt die Distanz zwischen 20 und 40 Kilometer, dann kann der Arbeitnehmer jeden Monat 123 Euro fordern.
  3. Beträgt die Distanz zwischen 40 und 60 Kilometer, dann kann der Arbeitnehmer jeden Monat 214 Euro fordern.
  4. Beträgt die Distanz mehr als 60 Kilometer, dann kann der Arbeitnehmer jeden Monat 306 Euro fordern.

Als weitere Voraussetzung wird vorausgesetzt, dass der Arbeitnehmer seinen Arbeitsweg an mindestens elf Tagen im Monat zurücklegt. Bei Teilzeitkräften verringert sich dies auf eine oder zwei Fahrten pro Woche. Allerdings wird dann auch nur ein Bruchteil der Pauschale gewährt. Außerdem entfällt der Anspruch, wenn der Arbeitnehmer das ganze Jahr krank geschrieben ist. Auch bei einem Beschäftigungsverbot greift diese Regelung.

Nutzen Sie jetzt den Pendlerrechner und errechnen Sie die Höhe und den Anspruch auf Ihre Pendlerpauschale in Österreich!